Kalendar

February 2012 March 2012
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29
Bildungspartnerschaft Deutsche Bahn Drucken E-Mail
Geschrieben von: Susanne Mathes   
Sonntag, 09. Januar 2011 um 15:55 Uhr

Bahn und Realschule fahren auf einem Gleis

Mit großem Bahnhof unterzeichneten Realschule und Deutsche Bahn gestern ihre Bildungspartnerschaft. 

Es war ein sinnfälliger Ort, an dem Uwe Biedermann von der DB Schenker Rail Deutschland AG - der Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn - und Dietmar Dekrell, Leiter der Theodor-Heuss-Realschule, ihre Unterschriften unter die frisch geschlossene Kooperationsvereinbarung setzten: Im alten Bahnwaggon auf dem Schulgelände ging das vonstatten, den Schüler in Eigenregie zum Aufenthalts-, SMV- und Veranstaltungsraum umbauen und der nach dem Namensgeber der Schule benannt ist, deshalb also "Heussle" und nicht "Häusle" heißt.

Über die Bildungspartnerschaft mit der Bahn freut sich Dekrell wie über einen neuen Glanzpunkt in einer Trophäensammlung. "Das ist ein schöner Tag für uns alle", schwärmte er, als im Beisein von Schülern, Lehrern, Elternvertretern, Hermann Waitzmann - der Architekt im Ruhestand begleitet die Restaurierung des "Heussles" - , sowie den Vertretern der DB Schenker kurz die Ziele der Kooperation umriss. So wird die Bahn den Schülern unter anderem Praktikumsplätze zur Verfügung stellen, ihnen die Berufsmöglichkeiten im Konzern näher bringen, Bewerbungstrainings anbieten und Betriebsführungen organisieren. "Für einen traditionellen Eisenbahnerstandort wie Kornwestheim ist das eine tolle Sache", sagte Dekrell. Auch Uwe Biedermann, der zukünftig Pate der DB Schenker für die Realschule sein wird, freut sich über die Zusammenarbeit. Nicht zuletzt, weil er vor fast 30 Jahren selbst Schüler dort war und die Bildungsstätte als "kreative und engagierte Schule" kennt. Beide Seiten würden von so einer Partnerschaft profitieren, ist sich Uwe Biedermann sicher. Für die Bahn sei sie eine Möglichkeit, potenziellen Ausbildungskandidaten das breite Spektrum der Ausbildungsberufe näher zu bringen. "Wir haben nämlich noch ganz andere Möglichkeiten als Lokführer und Fahrkartenverkäufer", meinte er.

25 Ausbildungsberufe biete die Bahn an, vom Eisenbahner im Betriebsdienst über verschiedene kaufmännische, Elektro- oder Metallberufe. Sogar Koch, Bauzeichner oder Informatiker kann man bei der Bahn werden - oder ein duales Studium absolvieren. Der demografische Wandel werde die Konkurrenz um patente Auszubildende verschärfen, prophezeite Biedermann. Da sei es gut, wenn die Jugendlichen die Bahn als potenziellen Arbeitgeber schon kennen würden - und die Bahn so manchen interessierten Schüler ebenfalls.

"Wobei es nicht so ist, dass wir uns nur die Rosinen rauspicken wollen", betonte Biedermann: "Als großer Arbeitgeber sind wir uns unserer Verantwortung den jungen Leuten gegenüber bewusst, die weniger optimale Voraussetzungen mitbringen." Biedermanns Kollegin, Personalreferentin Anke Fehlauer, berichtete, mit dem Programm "DB Chance plus" gebe es eigens ein Angebot zur Eingliederung von Jugendlichen mit mangelnder Ausbildungsreife und schlechten Aussichten auf eine Lehre.

Neben den Unterschriften auf dem Vertrag gab"s auch noch etwas Handfestes für die Realschüler: Uwe Biedermann hatte ein Zuglaufschild fürs "Heussle" im Gepäck. Nach einem Schülerentwurf haben es gewerblich-technische Auszubildende der Bahn eigens hergestellt. Neben den Logos der Schule und der Bahn sowie dem Motto "Keep on moving" sind darauf alle Kornwestheimer Partnerstädte genannt. Beim Blick darauf kann man sich also zumindest mental auf die Reise begeben. Und beweglich bleiben - das müssen die Realschüler von heute sowieso.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 09. Januar 2011 um 16:07 Uhr